Kloster Schiffenberg
Das Kloster Schiffenberg ist eine ehemalige Klosteranlage auf dem Gießener Hausberg Schiffenberg (281 Meter). Es befindet sich am südöstlichen Rand des Gießener Stadtwalds nahe dem Stadtteil Petersweiher und dem Pohlheimer Ortsteil Hausen. Die doppelchörige, ursprünglich dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querschiff und oktogonalem Vierungsturm aus dem 12. Jahrhundert ist weitgehend erhalten.
Wenn Gießener von ihrem „Hausberg“ sprechen, dann ist die Rede vom etwa fünf Kilometer südlich des Stadtzentrums gelegenen Schiffenberg. Seit Langem sind der rund 280 Meter hohe Berg und das dort zu findende, 1809 säkularisierte Kloster beliebtes Naherholungsgebiet und Ausflugsziel.
Wer einmal eine räumliche Vorstellung vom mittelalterlichen Klosterleben haben möchte, sollte dort hinfahren. Der Innenhof des ehemaligen Klosters umfasst eine hohe Mauer. Ab dem ersten Drittel des 12. Jahrhunderts lebten hier Augustiner-Chorherrn und danach ab 1323 Mitglieder des Deutschen Ordens. Doch natürlich hat die wechselvolle Klostergeschichte mit zahlreichen Sanierungen, Um- und Neubauten und Gestaltungen ihre Spuren hinterlassen. Das Kloster Schiffenberg ist nicht nur ein Anziehungspunkt für alle geschichtlich Interessierten, sondern auch ein Freizeit- und Erholungsrevier zu allen Jahreszeiten. Eine wunderbare Aussicht hat man in die südwestliche Himmelsrichtung auf die Gemeinde Pohlheim. Klare Sicht ermöglicht sogar einen Blick bis zum Taunus.
Basilika:
Ein sehenswerter Bau ist die um 1130 geweihte zierliche Basilika. Ein eindrucksvoller Bau, ebenso wie das schräg gegenüber errichtete Komturei-Gebäude vom Ende des 15. Jahrhunderts, der 2012 zum „Denkmal von nationaler Bedeutung“ erhoben wurde. Die notwendige Restaurierung der Basilika hat vier Jahre gedauert (2011 – 2015). Sie wurde gewürdigt mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis, der im Sommer 2016 an die Stadt vergeben wurde.
Geschichte:
Die Basilika ist das einzige verbliebene Gebäude aus der Augustiner-Chorherrenzeit, die anderen bis heute existierendes Gebäude haben die neuen Besitzer errichten lassen: die Komture des Deutschen (Ritter) Ordens. Als Kloster diente Schiffenberg genau genommen nur von 1129 (Kirchweihe) bis zur Übergabe an den Deutschen Orden 1323. Danach stand neben dem Wohnen für die Deutschordensritter und ihre Dienerschaft die landwirtschaftliche Nutzung im Vordergrund, die ab dem späten 16. Jahrhundert auch Teile der Kirche betraf. Nach den deutsch-französischen Kriegen wurde der Deutsche Orden enteignet und aufgelöst, die Domäne Schiffenberg ging 1809 an das Land Hessen (Großherzogtum). Das Areal wurde ab 1826 zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet und erhielt eine Gaststätte.
Auch findet hier jedes Jahr die Konzertreihe der Basilika-Konzerte im Rahmen des Musikalischen Sommers statt.
Burg Gleiberg
Die Burg Gleiberg mit dem umgebenden Dorf Gleiberg ist ein namensgebender Teil von Krofdorf-Gleiberg und gehört zur Gemeinde Wettenberg im Kreis Gießen in Hessen. Die Gipfelburg liegt auf dem gleichnamigen 308 m ü. NHN hohen Gleiberg.
Nicht weit entfernt, zwischen Gleiberg und Dünsberg, liegt die Burgruine Vetzberg, eine ehemalige Zweitburg der Grafen von Gleiberg.
Geschichte:
Bereits die Konradiner nutzten den Gleiberg als Standort einer Burg. Möglicherweise wurde diese schon von Otto, dem Bruder König Konrads, als Festung gegen die Popponen erbaut. Heribert von der Wetterau machte die Burg 949 zur Residenz seiner Grafschaft Gleiberg. Nach seinem Tod gelangte die Burg an seinen Schwiegersohn Friedrich, den Begründer des luxemburgischen Grafenhauses. Die Burg gilt als möglicher Geburtsort der Kaiserin Kunigunde um 980. Im Jahr 1103 eroberte König Heinrich V. die Burg und ließ sie zerstören. Erst nachdem sich von den Grafen von Luxemburg die zweite Linie der Grafen von Gleiberg abgespaltet hatte, kam es im 12. Jahrhundert zum Wiederaufbau der Burg. Eine bekannte historische Gestalt aus dem 12. Jahrhundert ist Clementia von Gleiberg. Sie gründete 1129 auf dem Schiffenberg bei Gießen das Augustiner-Chorherrenstift.Mit dem Aussterben der Grafen von Gleiberg kamen im späten 12. Jahrhundert die Westhälfte der Burg und der Grafschaft an Hartrad II. von Merenberg. Die Osthälfte der Burg und der Grafschaft gelangte an die Pfalzgrafen von Tübingen. Die Merenberger konnten später die Osthälfte der Burg erwerben und sie wurde für 150 Jahre deren Sitz. Nach dem Aussterben der Merenberger mit dem Tod von Hartrad VI. fiel die Burg im 14. Jahrhundert an das Haus Nassau-Weilburg. Sie wurde Mittelpunkt des „Lands an der Lahn“, hatte jedoch keine Residenzfunktion mehr.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1646 von Truppen der Landgräfin Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel zerstört. Da ihr keine militärische Bedeutung mehr zukam, wurde auf einen Wiederaufbau verzichtet. Am 30. Juni 1816 kam die Burg durch Tausch vom Herzogtum Nassau an das Königreich Preußen. Der Gleiberg war im 18. und 19. Jahrhundert oft Ziel von Protestzügen der Studentenschaft der Universität Gießen. Bekannt wurde auch das seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare Gasthaus „Zur Spießpforte“ am Fuß der Burg. Seit etwa 1860 trägt es den Namen „Zum schwarzen Walfisch“. Hier wurde am 15. August 1852 der Gießener Wingolf gestiftet. Die Gaststätte „Zum schwarzen Walfisch“ war nach Überlieferungen im Jahr 1879 das Gründungslokal des Gesangvereins „Hermanus“ Gleiberg, des ältesten Vorgängervereins der heutigen Sängervereinigung Gleiberg. In der Burgruine wurde am 7. Mai 1870 der Gießener Freier Studentenverein (heutige Gießener Burschenschaft Adelphia) gegründet.
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Hier sind die Bilder:
Kloster Schiffenberg bei Giessen (Hessen)






















Tordurchgang auf der Burg Gleiberg


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